Im Beauty (Box) und Mode-Wahn

Die Hochzeit ist der schönste Tag im Leben. Das sagt sich so leicht und wäre, würde es stimmen, ganz schön traurig. Denn das hieße, dass es nach dem 07.07. nur noch bergab ginge für Rüdiger und mich. Man kann das “schönste” in diesem Satz natürlich auch wörtlich nehmen. Und genau das passiert mir gerade.

Pressefoto: Glossybox.de
Pressefoto: Glossybox.de

Wer mich kennt, weiß, dass Make-Up und Beauty eigentlich nicht meine Hauptthemen sind, mit denen ich mich beschäftige oder in die ich sonderlich viel Geld und Zeit investiere. Wenn überhaupt ist es mir eher wichtig, nicht irgendwelche Erdöl-Bestandteile wie Silikon, Paraffin oder Polyethylen (gerne PE oder PEG bei den Inhaltsstoffen abgekürzt) ins Gesicht oder die Haare zu schmieren. Das finde ich unnötig und irgendwie eklig, weshalb ich wo möglich auf Bio-Kosmetik zurückgreife. Bio- und Naturkosmetik z. B. mit BDIH- oder NaTrue-Siegel gibt es ja mittlerweile glücklicherweise schon relativ günstig in jedem Drogeriemarkt. Wen es näher interessiert, kann hier zu dem Thema Erdöl in Kosmetik weiterlesen.

Nun scheinen die Hochzeitsvorbereitungen jedoch auch einige, nennen wir es mal typisch weibliche Klischees in mir zutage zu fördern. Die Liste der Dinge, die ich in letzter Zeit in Sachen Beauty unternommen habe, ist erschreckend lang:

1. Ich bemühe mich, regelmäßig Haarkuren, Gesichtsmasken und Handcreme zu verwenden. Letztere stammt aus meiner Glossybox. Denn…

2. … ich habe eine Glossybox abonniert. Einerseits aus Neugierde, andererseits in der Hoffnung, dass sich darin ein Produkt befindet, dass die Haare bis zur Hochzeit noch glänzender und die Achseln darüber noch schöner macht. Oder so. Bisher bin ich sogar ganz zufrieden mit den enthaltenen Pflege- und Kosmetikprodukten, nur dass ich keinen Lipgloss trage. Noch nicht mal unter den Achseln.

3. Die Vogue darf mir auf Facebook regelmäßige Updates in meiner Chronik anzeigen. Dank dessen weiß ich nun nicht nur, dass die Nagellack Firma “Essie” eine eigene Bridal Collection 2012 auf den Markt gebracht hat, sondern ich habe auch erfahren, dass Kate Middelton die Nagellack Nuance “Allure” von dieser Marke an ihrer Hochzeit trug.

4. Durch die virale Werbung  erst darauf aufmerksam geworden, fielen mir die Papp-Aufsteller der besagten Nagellack-Marke in unserem DM im Kiez auf und ich schlug bei den dort neuerdings (für wohl recht günstigen 8,00 Euro) erhältlichen Lacke zu. Neben drei mehr oder minder farbigen Nagellacken besitze ich nun aber auch zum ersten mal in meinem Leben einen Unter- und einen Überlack. Was soll ich sagen? Nägel zu lackieren war für mich noch nie so einfach. Der Unterlack macht die Nägel schön glatt für die Farbe, die mit dem extrabreiten Pinsel kinderleicht aufgetragen werden kann.

5. Meine Foto-Collage auf Pinterest mit Braut Make-Up und Frisur-Ideen ist riesig und erfreut sich großer Beliebtheit bei den anderen Userinnen, die meine Ideen fröhlich weiterleiten und teilen.

6.  Ich schaue mir auf Youtube Haar-Tutorials für romantische Flechtfrisuren an und probiere diese tatsächlich an meinem eigenen Kopf aus.

7. Nicht ganz Make Up, aber doch irgendwie auch Schönheit und Mädchenkrams: Ich bin Besitzerin einer Zalando Outlet-Karte, war am ersten Wochenende nach der Eröffnung da und habe neben 2 Paar Schuhen – eines davon für die standesamtliche Trauung – auch Sommerkleidchen und eine Tasche gekauft. (Kleine Randgeschichte: Das Zalando Outlet befindet sich auf dem Gelände, auf dem auch die Autovermietung ist, bei der Rüdiger die weiße Stretch-Limousine 2003 für die Verlobung in Berlin bestellt hat . So schließt sich der Kreis.)

Kann mir mal bitte jemand wieder dieses Hochzeitshormon aus dem Körper pumpen, welches mich all diese Sachen machen lässt?

Und weil wir hier ja unter uns sind, kann ich es verraten: Dieses Hochzeitshormon hält wohl nix von gender mainstreaming. Rüdiger hat auch die Glossybox für Männer abonniert. Und ein Klamotten-Abo, bei dem ein Personal Shopper vorausgewählte Kleidung zur Anprobe per Post nach Hause schickt. Für alle, die sich mindestens genauso gerne mit Mode und Beauty beschäftigen, kommen hier noch ein paar Tipps, die insbesondere dann hilfreich sind, wenn das festliche Outfit noch fehlt oder der Look den letzten Schliff bekommen soll.

Tipps für alle Beautie-Junkies:

- Glossybox:
Diese gibt es, wie bereits oben erwähnt, sowohl in einer Variante für Frauen, als auch für Männer. Wobei die Box für Männer zu Rüdigers Bedauern nur alle 3 Monate kommt, die für Frauen jedoch monatlich.

Zu den Hardfacts:
Die Box kostet 15 Euro, enthält 5 Pflegeprodukte und Kosmetika von höherwertigen Luxusmarken (das können neben bspw. Gesichtscremes, Peelings oder Shampoos und auch Eyeliner, Rouge, oder ein Spray sein, damit die Haare nach dem Waschen schneller trocknen), teilweise in Probiergröße von wenigen Milliliter bis hin zur Originalgröße. Damit die Produkte auch einigemaßen zum Typ passen, wird ein Fragebogen mit Vorlieben ausgefüllt. Und wenn es doch nicht passt: Das Abo ist monatlich kündbar.

Ehrlich gesagt ist das Spannendste an dem Konzept eigentlich nicht, auf einmal Luxus-Kosmetikpröbchen Zuhause im Bad stehen zu haben, sondern der Überraschungsei-Effekt: D.h. die Vorfreude beim Auspacken, was sich denn dieses mal in der hübsch verpackten Pappschachtel befindet.

- Douglas Box of Beauty:
Funktioniert ähnlich wie die Glossybox, abgesehen davon, dass sie limitiert  ist, nur 1o Euro kostet und die Produktauswahl dadurch zustande kommt, dass jeder Abonnent ein gleiches Produkt in Originalgröße bekommt und zusätzlich aus einem Pool seine 4 Lieblinge als Pröbchen selbst aussucht.

Aussehen, Inhalt und Verpackung der Pinkbox sind vergleichbar mit der Glossybox. Zusätzlich enthält das Paket aber noch eine Zeitschrift. | Pressefoto: Pinkbox.de
Aussehen, Inhalt und Verpackung der Pinkbox sind vergleichbar mit der Glossybox. Zusätzlich enthält das Paket aber noch eine Zeitschrift. | Pressefoto: Pinkbox.de

- PinkBox:
Während es die Glossybox und die Douglas Box of Beauty nun schon seit ca. 1 Jahr gibt, ist die PinkBox noch recht frisch am Markt. Preislich befindet sie sich mit 12,95 Euro genau dazwischen. Neben den Kosmetikproben enthält die Box allerdings zusätzlich auch immer 1 Zeitschrift wie die Cosmopolitan. Dass dem Paket auch eine Zeitschrift beliegt, ist nicht so verwunderlich. Denn hinter der Pinkbox steckt die Bertelsmann AG – das drittgrößte Medienhaus weltweit, zu dem neben der RTL-Gruppe als Flagschiff auch der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr gehört, in dem u.a. Titel wie Brigitte, Gala und in einigen Ländern (nicht in Deutschland) besagte Cosmopolitan erscheinen. (Übrigens steckt hinter der Glossybox auch keine unbekannte Firma, sondern Rocket Internet. Die Unternehmung der Samwer-Bruder ist z. B. gerade mit Zalando, Groupon und 7trends (siehe unten) sehr erfolgreich. Bekannt wurden sie durch den Klingelton-Anbieter Jamba. Aber wer jetzt denkt, dass die Samwers die Beauty Box erfunden haben, täuscht. Im Gegenteil, den Brüdern hängt der Ruf an, Copy Cats zu sein, d.h. Ideen aus dem Ausland aufzugreifen und in Deutschland/Europa bekannt zu machen. Die internationale Vorlage für die Glossybox dürfte wohl die birchbox gewesen sein.)

- dm-Lieblinge:
Ganz neu und ähnlich wie die Douglas Box of Beauty in limitiert Auflage von 5.000 Stück. Die erste Ladung wurde am 07.05. innerhalb sehr kurzer Zeit ausverkauft. Kein Wunder bei dem Preis, denn sie kostet nur 5 Euro. Vorteil: Die Box ist günstig und enthält dabei sogar noch immer 5 Produkte in Originalgröße. Nachteil: Die Produkte können aus dem kompletten dm-Sortiment stammen. D.h. zum einen wohl weitesgehend keine Luxusartikel, zum anderen könnte statt Glanz-Shampoo mit Pfirsich-Duft auch ozeanfrische Klospül-Tabs enthalten sein.  Und noch einen Unterschied gibt es zu den oben genannten Boxen: Sie wird nicht zugeschickt, sondern muss in der Wunsch-Filale abgeholt werden.

Und wer eher der Meinung ist, dass Schönheit von innen kommt, kann bei www.bitebox.com eine Box mit gesunden Knabbereien fürs Büro bestellen oder Lebensmittelneuheiten über www.brandnooz.de ausprobieren. Bei letzterem ist ebenfalls der besagte Überraschungsei-Effekt garantiert.

Ebenfalls Schönheit von Innen versprühen mit Sicherheit auch Schwanger und junge Mütter, welche die petitebox – ein Ableger der Glossybox – bestellen können.

Nachdem wir das Thema Kosmetik abgehandelt haben, kommen wir zu den…

… Mode-Tipps:

Frauen können hier nach Klamotten stöbern (Achtung, kann süchtig machen!):

- 7trendsmystylist:
Die beiden Websiten gehören irgendwie zusammen, da sie aufeinander verlinken. Trotzdem unterscheiden sie sich in ihrem Konzept. Während bei Mystylist wieder anhand des allseits beliebten Fragebogens personalisierte Outfit-Vorschläge zusammengestellt werden (O-Ton: Sie haben neue Looks in ihrem Showroom), kann der Stylefinder von 7trends einen wahren Shoppingrausch mit Unbedingt-haben-will-Reflex auslösen, der das Konto ganz schon übel aussehen lässt! (Nicht, dass ich aus Erfahrung spreche…) Die 7trends Online-Redakteure stellen für verschiedene Anlässe wie Party, Büro oder Festlich Outfit-Vorschläge inkl. Schuhen und Accessoires wie Tüchern und Taschen zusammen.

- The Outnet:
Ebenfalls Style-Vorschläge allerdings mit Couture-Mode gibt es unter http://www.theoutnet.com/Shop/Dress-Me. Wer es sich leisten kann oder nach DEM besonderen, einzelnen Kleidungsstück sucht, findet hier jede Menge hochkarätige Designerkleidung z. B. von Alexander McQueen, Chloé, D&G, Marc Jacobs, Versace und vielem mehr um 50 bis 80% reduziert. Ein Kleid von Cavalli für 215 Euro?  Oder doch lieber das kleine Schwarze für 1.900 Euro von Valentino (ehemals fast 7.500 Euro)? Schnäppchen… nach nem Banküberfall.  Aber keine Angst: Man kann auch nach Preisen sortieren! Das günstigste Kleid, welches ich bei meinem letzten Besuch auf der Website entdeckt habe, war von Heidi Klum designed für New Balance für 35 Euro. Das ist dann schon fast H&M Niveau. ;-)

- ASOS:
Zwar ohne Style-Vorlagen, aber super schick und bezahlbar sind die Klamotten bei http://www.asos.de. Ich habe keine Ahnung mehr wie und wieso ich auf diese Website gestoßen bin. Aber sie hat bezaubernde Kleider ab ca. 30 Euro wie etwa dieses sommerlich, rot-weiße Pünktchenkleid im 50er Jahre Stil oder dieses lässig, luftige Chiffon-Kleid in wahlweise orange, schwarz oder beige.

Für Männer gibt es hier nette Kleidung:

- Pauls Secret:
Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens und einer ausführlichen Beratung per E-Mail oder Telefon kommen in regelmäßigen Abständen Boxen mit Kleidungen zum Anprobieren nach Hause.  (Bei dieser Beratung und auch zwischendurch kann der Kunde Outfits für einen bestimmten Anlass wie Familienfeier/ Bewerbung etc. zusammenstellen lasse. Der perfekte, virtuelle Personal Shopper.) Und wenn das neue Outfit z. B. von Hugo Boss, Diesel oder Tiger Of Sweden gefällt, darf es in den Kleiderschrank einziehen. Ansonsten wird es problemlos zurückgeschickt.

-  Modomoto und Modemeister:
Diese beiden Berliner Start Ups funktionieren eigentlich genauso wie Pauls Secret. Pro Paket sollen bei Modomoto 8 bis 10 Kleidungsstücke enthalten sein.

- Amerano:
Die Macher von Amerano haben sich komplett auf Maßhemden für Männer spezialisiert. Hierfür kommt ein Mitarbeiter ins Büro oder nach Hause, um Maß zu nehmen. Online kann zwischen gefühlten 1.000 Mustern und Farben ausgewählt werden. (Ob Mann da eine Ent- und Unterscheidung treffen kann, so farbenblind wie viele sind?) Die fertigen Hemden werden dann bequem per Post verschickt.

So, dann mal viel Spaß beim Shoppen bis die Kreditkarte glüht. :-)

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2 Responses to Im Beauty (Box) und Mode-Wahn

  1. Birgit + Herbert sagt:

    Wieder super amüsant und hochinformativ.
    Is ja toll, bestelle mir jetzt auch die Glossy-box
    Mama

  2. Senel Ayana (Chanell mit Ä) sagt:

    Ich will auch eine Glossybox. Miriam, wie wäre es mit GlossyDots?

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